Wie mache ich meine Bilder?

Willkommen bei meinem allerersten Blogeintrag. Auf Instagram werde ich immer wieder gefragt, wie ich meine Bilder mache, was ich für ein Equipment verwende, ob ich mit Fotografen zusammenarbeite oder auch ob ich sonstige Tipps habe.Als ich 2017 mit Instagram anfing, haben hauptsächlich Fotografen meine Bilder gemacht, über sogenannte TFP (Time-for-Print) Abkommen. Dabei bezahlen beide Parteien sozusagen mit ihrer Zeit und Erfahrung, um schöne Bilder zu bekommen. Daran hat sich einiges geändert. Ich wollte irgendwann eigenständig Bilder machen können, ohne von anderen abhängig zu sein. Mittlerweile machen meistens Freunde oder Familienmitglieder meine Bilder. Ich stelle alles ein, positioniere meine Helfer und sie müssen nur noch abdrücken. Durch die Arbeit mit professionellen Fotografen konnte ich mir einiges aneignen und habe auch in Workshops viel über Licht, Einstellungen oder Perspektive gelernt. Ich habe versucht, euch meine persönliche Arbeitsweise so kompakt wie möglich zusammenzufassen.

#1 Das richtige Equipment und Einstellungen

Vorweg muss gesagt werden: Jeder arbeitet lieber mit einem anderen Equipment. Das ist wie bei fast allem – die Meinungen gehen auseinander. Ich persönlich kann euch die spiegellosen Digitalkameras der Sony Alpha Reihe ans Herz legen. Für alle, die das interessiert: Das ist auch eine der beliebtesten Modellreihen bei den Influencern auf Instagram. Meine erste richtig gute Kamera war die Sony Alpha II, wobei ich mittlerweile zu einem neueren Modell, der Sony Alpha III, gewechselt habe. Der Grund hierfür war, dass der Fokus der III besser funktioniert und das Modell auch für Videoaufnahmen geeignet ist, was man von dem älteren Modell meiner Meinung nach eher weniger sagen kann.

Entscheidend für schöne Bilder sind dann natürlich auch die Objektive. Wer meine Seite kennt, der weiß, dass ich Porträtaufnahmen liebe. Dementsprechend ist mein absolutes Lieblingsobjektiv das Sigma-Objektiv mit einer Festbrennweite von 85 mm und einer Blende von F1.4. Dieses ist recht teuer und vor allem auch schwer. Allen, die gerade erst einsteigen oder die Kamera auch mal auf lange Ausflüge mitnehmen möchten, empfehle ich das Sony-Objektiv mit einer Festbrennweite von 50 mm und einer Blende von F1.8. Dieses ist leicht, kompakt, absolut preiswert und erzielt dennoch wirklich tolle Ergebnisse. Ich empfehle allgemein: Übernimm dich zu Beginn nicht mit einer zu teuren Ausrüstung und probiere dich erstmal aus.

Warum mag ich das 85 mm F1.4-Objektiv lieber?

Ich arbeite gerne mit einer langen Brennweite, da sie Verzerrungen vermeidet. Streng genommen beschreibt die Brennweite die Entfernung zwischen der Aufnahmeebene und der Objektiv-Hauptebene. Außerdem lege ich viel Wert auf lichtstarke Objektive. Je offener die Blende, also je kleiner die Blendenzahl, desto weicher der Hintergrund. Das ist auch eine der am häufigsten gestellten Fragen: „Wie kriegst du den Hintergrund so unscharf?” Ich persönlich liebe diese Tiefenschärfe. Der Hintergrund verschwimmt und im Vordergrund hebt sich das Motiv und dabei auch jedes einzelne Haar ab. Diesen Effekt habt ihr bei dem 50 mm 1.8 Objektiv zwar auch, aber eben nicht so stark. Alles unter 50 mm hat meiner Meinung nach einen leichten „Fish-Eye“-Effekt, also eine sehr weitwinklige Ansicht. Vor allem bei Fashion oder auch Landschaftsbildern können die Weitwinkel-Objektive jedoch auch mehr Sinn ergeben als die oben genannten. Generell muss jeder für sich und seinen Stil seine liebsten technischen Daten herausfinden.

Diese Tipps habe ich noch für euch:

  • Versucht den Fokus immer auf das Auge zu legen, welches näher an der Kamera ist.
  • Achtet außerdem auch darauf, dass die Belichtung passend gewählt wird und das Bild nicht zu hell oder zu dunkel aufgenommen wird. Die Qualität leidet andernfalls darunter.
  • Setzt euch gerne auch mit dem Goldenen Schnitt auseinander. Dieser beschreibt die Aufteilung im Bild. Wenn jemand Bilder von euch macht, der sich eigentlich nicht auskennt, kann das wirklich helfen. Wir kennen es doch alle, wenn einem die Eltern aus Versehen den Kopf abschneiden 😀

#2 Das Licht ist das A&O

Schönes Licht macht es viel leichter. Wenn man erstmal gute Lichtverhältnisse gefunden hat, dann kommen gute Bilder fast von allein. Wenn ihr direkt merkt, dass das Licht eine Katastrophe ist, dann haltet euch nicht damit auf. Sucht einen anderen Ort oder probiert es zu einer anderen Tageszeit.

Generell sagt man, dass man vor allem morgens und abends ein schönes Licht für Bilder hat. Dieses ist sehr sanft und schmeichelt euren Gesichtszügen. Licht von vorne leuchtet alle Teile des Gesichts schön aus und mit Licht von hinten lassen sich tolle Gegenlichtbilder machen. Meidet vor allem als Anfänger am besten die Mittagssonne. Diese ist zu stark und wirft von oben Schatten ins Gesicht.

Ich persönlich bin mittlerweile der Meinung, dass man jede Lichtsituation retten kann und schönes Licht die Arbeit nur erleichtert. Um dahin zu kommen, habe ich jedoch auch viel Übung gebraucht. Ich versuche dennoch, ein paar meiner Tipps mit euch zu teilen:

  • Besorgt euch einen Faltreflektor. Diesen gibt es in unterschiedlichen Größen und man kann ihn einfach überall mit hinnehmen. Er reflektiert bei gezieltem Halten das Licht und wirkt Schatten entgegen. Das ist vor allem auch bei Gegenlichtbildern ein Life Changer. Meist hat er verschiedene Aufzüge. Die bekanntesten sind gold-, silberfarben und weiß. Ich mag am liebsten die silberne Seite, da sie einen starken Effekt hat und dennoch relativ natürliches Licht erzeugt. Probiert euch einfach mal aus.
  • Nutzt die natürlichen Reflektoren in eurer Umgebung. Wenn ihr in der Stadt Bilder macht nd die Sonne scheint beispielsweise auf eine weiße Hauswand oder eine Glasscheibe, dann haltet euer Gesicht in diese Richtung. Ihr werdet merken, dass euer Gesicht auf einmal viel schöner ausgeleuchtet ist.
  • Die Sonne scheint nicht und das Licht wirft von oben Schatten ins Gesicht? Hebt euer Gesicht einfach mehr in Richtung Himmel. Der Tipp scheint banal, aber ein Blick in meinen Instagram Feed lässt vermuten, wie oft ich das mache, um die Lichtverhältnisse auszugleichen.
  • Setzt euch mit einer guten Bildbearbeitung auseinander. Zum Beispiel ist ein Bild im künstlichen Licht nicht automatisch ein schlechtes Bild. Eines meiner Presets zielt genau auf diese Situation ab und gleicht die Farben aus. Mit den richtigen Bearbeitungs-Skills kann man manchmal Wunder bewirken.
  • Die Arbeit mit Blitz empfehle ich nur, wenn man wirklich gut damit umgehen kann, sodass die Ergebnisse natürlich wirken. Ich persönlich kann das nicht und umgehe das daher komplett.

Tipp:

Wenn ihr bereits davor wisst, wie die Farb- und Lichtverhältnisse an der gewählten Location sind, dann richtet euer Outfit darauf aus. Farben lassen sich zwar im Nachhinein bearbeiten, jedoch erspart ihr euch Arbeit, wenn das Outfit direkt „im richtigen Licht erscheint“. Das passende Outfit lässt das Bild um einiges stimmiger erscheinen.

#3 Übung macht den Meister

Niemand wird als Profi geboren. Ich musste selbst lange ausprobieren und habe über die Jahre immer wieder neue Dinge dazu gelernt. Dazu kommt, dass du deinen eigenen Stil erstmal kennenlernen musst: Was für Einstellungen sind dir wichtig, wie soll das Bild aufgebaut sein, was für Posen oder Lichtverhältnisse magst du? Es gibt kein Richtig oder Falsch und erst recht keine Regeln, die du unbedingt befolgen musst. Also leg einfach los und taste dich Stück für Stück heran. Im Internet findest du noch viele weitere Blogs mit Tipps zum Fotografieren.

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